Neue Suche nach Erdgas im Raum Sittensen / Landrat hat den Kreistag nicht über die Bestrebungen informiert

Landkreis Rotenburg. Die kanadische Exxon-Tochter PRD Energy darf im Raum Sittensen nach Erdgas suchen. Das hat die Kreisverwaltung der Kreistagsgruppe SPD/Grüne/WFB jetzt auf deren Anfrage hin bestätigt. Der SPD-Kreisvorsitzende Ralf Borngräber hält es für “ein Unding, dass das Kreishaus uns nicht sofort von sich aus benachrichtigt hat, so dass wir nur durch Zufall auf das Thema stoßen konnten. “

In Sachen Erdgas am Ball: der SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Rla Borngräber, hier nach einem Störfall an der Lagerstättenwasserverpressungsstelle in Grapenmühlen bei Wittorf.

Der Landtags- und Kreistagsabgeordnete war Ende Oktober über eine entsprechende Meldung in einer Hamburger Zeitung gestolpert. Recherchen im Internet führten dann zu einem Artikel eines kanadischen Pressedienstes. „Da stand, dass die Firma PRD sich freue, dass ihr die Erkundungslizenz für rund 350 Quadratkilometer im Raum Sittensen zuerkannt worden sei. Diese Fläche entspricht etwa einem Sechstel unseres ganzen Landkreises“, berichtet Borngräber.

Daraufhin wollte die SPD-Kreistagsfraktion zusammen mit den Grünen und der WFB vom Landrat wissen: Stimmt die Meldung? Hat der Kreis im Vorfeld eine Stellungnahme abgegeben? Und warum wurden die Kreistagsabgeordneten nicht informiert? – „Die Anfrage stammt bereits vom 9. November. Trotz des brisanten Themas hat sich die Kreisverwaltung mit der Antwort Zeit bis zum 30. November“, kritisiert Borngräber.

In seinem Schreiben an Fraktionschef Bernd Wölbern bestätigt der Erste Kreisrat Dr. Torsten Lühring jetzt, dass das Bergamt dem Exxon-Unternehmen die Suche nach Erdgas erlaubt habe. Zuvor habe der Kreis die Landesbehörde auf FFH-Gebiete und Vorrangflächen zum Beispiel für den Naturschutz, die Trinkwassergewinnung und Windenergie hingewiesen.

Und weshalb wurden die Kreistagsabgeordneten nicht informiert? Dazu schreibt Lühring: „Es handelt sich um ein Geschäft der laufenden Verwaltung. Eine Information wurde nicht für erforderlich gehalten, da kein direkter Zusammenhang mit Aufschlussbohrungen beziehungsweise Fracking-Maßnahmen besteht.“ Es handele sich ausschließlich um seismographische Erkundungen. Eine eventuelle spätere Bohrung müsse gesondert beantragt werden.

Borngräber wertet das Verhalten der Kreishausspitze als „zumindest extrem unsensibel“. Er formuliert: „Herr Luttmann und seine Mitarbeiter wissen doch, wie besorgt die Menschen über die Erdgasförderung in der Region inzwischen sind. Zu Recht. Wenn dann Bestrebungen zu erkennen sind, die Förderungen in unserem Kreis noch erheblich auszuweiten, dürfen solche Informationen doch nicht im stellen Kämmerlein zurückgehalten werden.“ Vertrauen gewinne man nur durch Transparenz und nicht durch Unter-der-Decke-halten, so der Sozialdemokrat.