„Das macht Mut zur Inklusion“ / Designierte SPD-Kultusministerin hospitiert in der Grundschule Meckelsen

Klein Meckelsen. „Das Beispiel Klein Meckelsen kann denen Mut machen, die vor Inklusion und gemeinsamer Schule noch Ängste haben.“ Das sagte Frauke Heiligenstadt nach einem Besuch in dem Bördeort. Auf Einladung des SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Bernd Wölbern und des Landtagsabgeordneten Ralf Borngräber hatte sich die mögliche neue Kultusministerin über die Zusammenarbeit zwischen der örtlichen Grundschule und der Selsinger Tagesbildungsstätte Helga-Leinung-Schule der Lebenshilfe informiert.

In Gruppenarbeit führten die Kinder Frauke Heiligenstadt und Bernd Wölbern konkret vor, wie gemeinsames Lernen ablaufen kann.
Die Vorführstunde beginnt in der Aula. Gespannt sieht die SPD-Delegation zu.

Außer zwei ganz normalen ersten Klassen wurden in Klein Meckelsen im vergangenen Jahr sieben Jungen und Mädchen in einer Förderklasse eingeschult. Gemeinsamen Unterricht gibt es in Mathe, Deutsch, Englisch, Sachkunde, Sport, Musik und im Chorprojekt. Und natürlich sind auch bei Ausflügen, Festen und in den Pausen alle zusammen. Wie die Lehrerinnen begeistert berichteten, profitieren von diesem Konzept alle Kinder – sowohl kognitiv, als auch im Sozialverhalten.

„Je niedriger das Einstiegsalter beim gemeinsamen Lernen ist, desto selbstverständlicher wird das Zusammenleben“, ist Schulleiterin Anne Klieber überzeugt. Sie, ihre Kolleginnen und Kollegen und die Schüler erführen täglich: Vielfalt ist Bereicherung. „Manchmal braucht das Glück weder viel Arbeit noch viel Geld, sondern einfach eine Chance“, sagte die Pädagogin. „Wir können zeigen, wie leicht es eigentlich ist, Schule für alle zu machen.“ Man müsse einfach damit beginnen.
 

In Gruppen führten die jetzigen zweiten Klassen der SPD-Delegation am Beispiel des Themas Obst und Gemüse ganz konkret vor, wie gemeinsamer Unterricht aussehen kann. Heiligenstadt hinterher: „Mich hat zum Beispiel beeindruckt, dass nicht sofort zu erkennen war, welches nun die Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf gewesen sind.“ Ein Grund dafür ist das eingespielte Miteinander gewesen, so dass sich jeder in das Geschehen einbringen konnte.

Im Gespräch mit Lebenshilfe-Geschäftsführer Dietrich Neubauer erläuterte die Kultuspolitikerin, dass die SPD im Falle einer Regierungsübernahme Tagesbildungsstätten zu Schulen weiterentwickeln wolle. Neubauer wies darauf hin, dass Inklusion nicht bedeute, alle gleich zu machen. Das wollten auch die Menschen mit Behinderungen nicht. „Wir müssen Eigenarten akzeptieren und auch Schonräume erhalten“, sagte er.

Ziel der Lebenshilfe und der Meckelser Schule ist es, die Kooperation mit den kommenden Jahrgängen auszubauen. Sie hoffe, dass die Samtgemeinde als Schulträger dafür nötigen baulichen Veränderungen zustimme, sagte Klieber. Dazu Ratsmitglied Wölbern: „Aus meiner Sicht steht dem nichts im Wege. Das Konzept ist doch so überzeugend, dass man gar nicht anders kann.“