Bisher vier Hüte in vier Ringen / Kreis-SPD legt Fahrplan für die Landtags- und die Bundestagswahl fest

Landkreis Rotenburg. Im nächsten Jahr steht gleich zu Beginn die Landtags- und im Herbst dann die Bundestagswahl an. Wer tritt dabei jeweils für die SPD im Kreis Rotenburg an? Diese Frage stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Kreisvorstands der Sozialdemokraten.

Möchte zur Landtagswahl im Nordkreis antreten: Bernd Wölbern, Vorsitzender der Kreistagsfraktion.
Der Kreisvorsitzende Ralf Borngräber will im Südkreis den erneuten Einzug in den Landtag schaffen.
Die Kreis-SPD rechnet mit einer Kandidatur Lars Klingbeils im Bundestagswahlkreis Rotenburg-Heidekreis.
Bewirbt sich um die Kandidatur zum Bundestag im Wahlkreis Rotenburg/Nord-Stade: der Verwaltungsrichter Oliver Kellmer aus Stade.

Für die Landtagswahl am 20. Januar gibt es wie gewohnt zwei Wahlkreise ¬ Rotenburg und Bremervörde. Für den Süden möchte der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Ralf Borngräber aus Rotenburg wieder ins Leineschloss einziehen. Im Norden will sich erneut der Diplom-Biologe Bernd Wölbern aus Sittensen zur Wahl stellen. Er ist Chef der SPD-Kreistagsfraktion.

„Weitere Bewerber haben sich bisher nicht gemeldet. Die herausragenden Ämter beider Kandidaten auf Kreisebene zeigen, wie sehr sie in der Partei akzeptiert sind. Daher halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass es noch Konkurrenten geben wird“, sagt Kreisgeschäftsführer Heino Baumgarten. Theoretisch sei das jedoch möglich. „Sie müssten sich aber sehr sputen. Die Entscheidung, wer bei der Landtagswahl in Bremervörde und in Rotenburg antritt, fällt auf unserem Parteitag am 10. März in Tarmstedt. Derzeit laufen bereits die Vorstellungsrunden in den einzelnen Ortsvereinen.“
 

Bei der Bundestagswahl im September 2013 gehört der Kreis Rotenburg, wie schon 2009, wieder zwei unterschiedlichen Wahlkreisen an: Rotenburg-Heidekreis und Bremervörde-Stade. Für den Süden rechnet die Kreis-SPD fest mit einer erneuten Kandidatur Lars Klingbeils. Im Norden hingegen gibt es keinen amtierenden Bundestagsabgeordneten und damit keinen klaren Platzhirschen. Mit Oliver Kellmer aus Stade hat jedoch ein erster Bewerber seinen Hut in den vorher leeren Ring geworfen. Kellmer ist 35 Jahre alt und Richter am Verwaltungsgericht Stade. Politisch aktiv ist er derzeit im Rat der Hansestadt und im Vorstand dortigen SPD-Ortsvereins.

Borngräber: „Ob es noch weitere Bewerber geben wird, kann ich nicht sagen. Wir stehen in engem Austausch mit der SPD im Kreis Stade und wollen unseren gemeinsamen Kandidaten im Herbst 2012 wählen. Bis dahin ist ja noch etwas Zeit. Gut wäre aber, wenn sich Interessenten bis zum 1. Mai melden. Dieses Datum haben wir im Kreisvorstand abgesprochen. Denn dann können wir in Ruhe die Vorstellungsrunden im Nordkreis Rotenburg und im Kreis Stade organisieren.“

Was die Wahlaussichten angeht, sind die Sozialdemokraten sehr zuversichtlich. „Die Zuwächse bei der Kommunalwahl waren ein gutes Signal. Und auch der von Infratest gerade ermittelte Niedersachsentrend ist erfreulich für uns. Derzeit gäbe es eine Mehrheit für Rotgrün. Und der Bekanntheitsgrad unseres Spitzenkandidaten Stephan Weil ist schon ein Jahr vor der Landtagswahl doppelt so hoch, wie das normalerweise der Fall ist.“